Washington (dpa) – Eine Woche vor der geplanten Hinrichtung eines Mannes im US-Bundesstaat Alabama mit einer neuen Methode haben seine Anwälte den Obersten Gerichtshof der USA darum gebeten, zu intervenieren.

Das geht aus Dokumenten hervor, die der Supreme Court veröffentlichte. Darin argumentieren die Anwälte, dass zu viele Fragen offen seien, um den Verurteilten zum jetzigen Zeitpunkt zu exekutieren. Ob sich der Supreme Court der Sache annimmt, ist völlig unklar.

Menschenrechtsexperten warnen

Kenneth Eugene Smith, der wegen eines Auftragsmordes 1988 zum Tode verurteilt wurde, soll am 25. Januar sterben, unter Anwendung sogenannter Stickstoffhypoxie. Bei dieser Art der Hinrichtung bekommt eine Person über eine Gesichtsmaske Stickstoff zugeführt – die Folge ist der Tod durch Sauerstoffmangel. Auf diese Weise wurde in den USA zuvor noch kein Todesurteil vollstreckt. Dem UN-Menschenrechtsbüro ist nach Angaben einer Sprecherin auch sonst kein solcher Fall bekannt. Angewendet werde die Methode bei Tieren.

Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen und von Amnesty International warnen vor einem möglicherweise grausamen Tod, der sogar Folter ähneln könne. Dafür, dass die Inhalation von reinem Stickstoff keine schwerwiegende Leiden verursache, gebe es demnach keine wissenschaftlichen Beweise.

Hinrichtungen mit Giftspritze

Smiths Anwälte haben bislang vergeblich Einspruch erhoben. In ihrem Gesuch an die höchste Instanz im Land argumentieren sie nun mit dem achten Zusatzartikel der US-Verfassung, der «grausame und ungewöhnliche Strafen» verbietet. Zentraler Teil ihrer Argumentation ist die Tatsache, dass Smith bereits 2022 mit einer Giftspritze hingerichtet werden sollte.

Dem Gefängnispersonal gelang es aber nicht, die dafür nötige Kanüle in seinen Arm zu legen. Der 58-Jährige wurde nach mehreren Stunden, in denen er angeschnallt auf einem Exekutionstisch lag, wieder in seine Zelle gebracht. Im selben Jahr waren bereits zwei weitere Hinrichtungen mit der Giftspritze in Alabama gescheitert.