Berlin (dpa) – Das Deutsche Studierendenwerk hat gefordert, die Bafög-Sätze kontinuierlich an die Einkommens- und Preisentwicklung anzupassen. «Abgeordnetendiäten, Rente, Bürgergeld und Wohngeld werden regelmäßig erhöht, das BaföG nicht», monierte der Vorstandsvorsitzende des Studierendenwerks (DSW), Matthias Anbuhl, in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. «Diese Investition in Bildungsgerechtigkeit wird systematisch benachteiligt.»

Anbuhl kritisierte, dass der Bafög-Satz chronisch zu niedrig sei. Der Mindestlohn steige hingegen zum Jahreswechsel um 41 Cent, und auch das Bürgergeld erhöhe sich von 502 auf 563 Euro im Monat. «Der Bafög-Grundbedarf stagniert weiterhin bei 452 Euro im Monat – das sind 111 Euro weniger als beim Bürgergeld», sagte der Vorsitzende des DSW.

Die Ampel-Koalition hatte zum vergangenen Wintersemester den Bafög-Satz für Studentinnen und Studenten von 427 auf 452 Euro im Monat angehoben. Im Koalitionsvertrag hatten sie sich vorgenommen, das Bafög «grundlegend» zu reformieren und «elternunabhängiger» zu machen. Angedacht war unter anderem eine regelmäßigere Anpassung von Freibeträgen und Bedarfssätzen.