Berlin (dpa) – Das Verfahren mit verpflichtenden elektronischen Krankmeldungen für den Job hat sich 2023 aus Sicht der gesetzlichen Krankenkassen etabliert. Im ersten Jahr des Regelbetriebs riefen Arbeitgeber knapp 82 Millionen E-Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen für ihre Beschäftigten ab, wie der Kassen-Spitzenverband in Berlin mitteilte.

Pro Monat waren es demnach auf der Basis von Daten für Januar bis November im Schnitt 6,8 Millionen – am meisten E-Krankmeldungen abgerufen wurden im November mit 9,1 Millionen.

Zahl der Krankmeldungen wurde übertroffen

Das elektronische Verfahren erfasse Krankmeldungen auch vollständiger als bisher möglich und schaffe so einen realistischeren Blick auf den Krankenstand, erläuterte der Verband. Allgemein sei man bisher von 70 Millionen bis 80 Millionen Bescheinigungen pro Jahr ausgegangen. Diese Zahl sei nun schon im ersten Jahr des E-Verfahrens übertroffen worden. Die Gesamtsumme für 2023 bilde jetzt den Ausgangspunkt für exaktere Vergleiche und Auswertungen in künftigen Jahren.

Verbandschefin Doris Pfeiffer sagte, die E-Krankmeldung funktioniere. «Dass sich die Anwendung flächendeckend etabliert hat, ist ein großer Schritt für die Digitalisierung des Gesundheitswesens.» Das Verfahren sieht vor, dass Ärztinnen und Ärzte Krankmeldungen auch direkt an die Kassen der Patienten senden – monatlich waren es den Angaben zufolge im Schnitt 9,5 Millionen. Dass Praxen mehr Bescheinigungen ausstellen als Arbeitgeber abrufen, könne verschiedene Gründe haben, hieß es vom Kassenverband. Zu vermuten sei, dass einige Unternehmen noch immer eine Krankmeldung auf Papier verlangten.