München (dpa) – Mario Adorf (93) kann sich vorstellen, noch einmal vor der Kamera zu stehen. «Wenn es eine gute Rolle wäre, eine Rolle, von der man sagt: «Das muss man spielen.» Aber ehrlich gesagt, es ist nicht mein Ehrgeiz», sagte der Schauspieler der Deutschen Presse-Agentur in München. Adorfs letzter Film liegt vier Jahre zurück.

Weitere Pläne habe Corona durchkreuzt. Unter anderem habe er einen Film mit Michael Caine drehen und seine Karriere ausklingen lassen wollen. «Nun kam das Ende etwas abrupt. Das hätte ich mir anders vorgestellt. Aber das ist nun einmal so.» Er habe nicht den Drang, unbedingt noch etwas spielen zu müssen. «Ich bin zufrieden.»

Am Sonntag besuchte Adorf in München, wo er seinen Hauptwohnsitz hat, eine Kinomatinee. Gezeigt wurde eine restaurierte und technisch aufbereitete Fassung des Kinofilms «Winnetou I». Anlass war der 60. Jahrestag der Premiere der Karl-May-Verfilmung. Am 11. Dezember 1963 fand die Erstaufführung statt. Die Neufassung ist nach Angaben einer Sprecherin auf DVD erhältlich.

Adorf spielte in dem Film die Rolle des Schurken Santer. Der erschoss Nscho-tschi (Marie Versini), die Schwester von Winnetou (Pierre Brice). Dafür sei er von «Winnetou»-Fans gehasst worden, erzählte Adorf amüsiert. Bis heute werde er auf die Rolle angesprochen.

Adorf zählt zu den profiliertesten Charakterdarstellern in Kino, Fernsehen und auf der Bühne. Er spielte in den vergangenen Jahrzehnten in Filmen und Serien wie «Die Blechtrommel», «Das Mädchen Rosemarie», «Rossini», «Kir Royal» und «Der große Bellheim» mit.